Die Sammlung Hoffmeister umfasst über 140 Exponate und wird zur Zeit noch weiter ausgebaut. Die Ausstellungsstücke vermitteln Kenntnisse und Eindrücke aus über vier Jahrhunderten Feuerstättengeschichte.

Die Zielsetzung des Sammlers ist es, eine große Vielfalt und eine lückenlose Darstellung der Thematik zu erreichen. Die Ausstellung konzentriert sich im wesentlichen auf deutsche Exponate. Sie ehandelt das offene Feuer, Öfen und Kochherde sowie Sonderformen und Zubehör. Der Sammler und Pädagoge strebt an, die in vielen Jahren im In- und Ausland zusammengetragenen Objekte, anschaulich in Szene zu setzen, und möglichst handlungsorientiert

und in Bezug auf moderne Lebensformen zu vermitteln. Dabei zielt er besonders auf Schüler ab, denen es ermöglicht werden soll, einen Überblick über technische und soziokulturelle Entwicklungsschritte und Zusammenhänge zu gewinnen. Hierzu wurden auch eine große Anzahl Begleitobjekte erworben, die zu aktiven Handlungen auffordern und so zu nachhaltigen Eindrücken fuhren. Die Sammlung ist unter fachlichen Gesichtspunkten aufgebaut worden und in sich strukturiert. Sie lässt sich in verschiedene Themenbereiche gliedern. Ein Überblick über die Objekte und Schwerpunkte kann hier nur verkürzt dargestellt werden.

Beginnend mit Feuerstahl, Feuerstein und Zunder (Demonstration „Feuerschlagen") setzt sich der chronologische Aufbau mit speziellen Gerätschaften der offenen Feuerstätten fort. Hierzu gehören Feuerzangen, Stocheisen, Kochgeräte, Kaminuhren, Ketten-, Hülsen-, Schraub- und Zahnhaie, Sandsteinöfen, Feuerschalen, Fußwärmer, Kaminplatten und vieles mehr. Mit der Frontplatte eines Fünfplattenofens (biblisches Motiv) aus dem Jahre 1587, beginnt die Entwicklungsreihe der geschlossenen Feuerstätten aus Guss oder Stahl. Konsequent folgte der frühe Sechsplattenwindofen, der erstmalig an einen Zugkamin angeschlossen wurde und über eine Scharnierklappe mit Zahnstange reguliert werden konnte. Überlegungen zufolge, bei denen die Rauchgase noch mehr Wärme in den Raum  abfuhren können,  führten zur  Konstruktion  des  zweischenkeligen Pyramidenofens.  Gut ziehende .Kamine erlaubten sogar  eine waagerechte Rauchführung. Die extreme Rauchwegverlängerung im Zirkulierofen, führte zu einem sehr hohen Wirkungsgrad bzw. Spareffekt. Abschließende Türen ließen später Wärmekacheln entstehen, die bei Öfen bis in die Dreißigerjahre häufig vorkamen. Parallel hierzu finden wir in der Sammlung seltene Kochöfen wie z.B. den runden Pottofen, den Zweiblatt- und den westfälischen Kleeblattofen, die frühe gusseiserne und rechteckige Kochmaschine, mehrere 2 Meter hohe gusseiserne Kochaufsatzöfen mit regionalen und historischen Motiven und den allgemein noch geläufigen Sparkochherd in verschiedensten Ausfuhrungen.

Beeindruckend sind auch die „Armeleut"-, Kriegs- oder Notöfen. Oft sind sie ein Ergebnis örtlicher Handwerkskunst und bestehen aus einfachsten Materialien. Ihr schlichtes Aussehen hat dazu geführt, dass nur noch wenige Exemplare heute vorhanden sind. Besondere technische Merkmale bestätigen das Sprichwort „Not macht erfinderisch“

Als Kontrast hierzu finden wir eine beachtliche Anzahl herrschaftlicher und reich verzierter Prunköfen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Motive und Stilrichtungen. Diese Öfen erreichen eine Höhe von bis zu 2,60 Metern oder die Größe von stattlichen Schränken.

Öfen kosteten früher oft mehr als die gesamte Wohnungseinrichtung oder übertrafen sogar den Preis von einem kleinen Haus. Sie stammten aus Produktionsstätten mit überregionaler Bedeutung. Sehr ansprechend ist die Abteilung der kleinen Kinder- und Spielöfen, zu der sogar ein gusseisernes offenes Herdfeuer (ca. 1830) gehört. Diese Ausstellungsstücke stehen in Verbindung mit alten Puppenstubenmöbeln, Puppen und Kochgeschirr und vermitteln Eindrücke in die Wohnatmosphäre ganzer Räume bei geringsten Platzbedarf. Charakteristisch ist für diese Sammlung, dass hier auch sehr seltene SpezialÖfen Berücksichtigung finden. Es sind zum Teil sehr kuriose Öfen, die auf Grund besonderer Erfordernisse auch besondere Merkmale aufweisen. Hierzu zählen z.B. raumschiffähnliche Schneideröfen, roboterähnliche Röstöfen, bei denen der Röstvorgang automatisch wie durch Geisterhand beendet wird, eine marmorierte Badewanne mit integriertem doppelwandigem Ofen und Schwerkraftzirkulation, klobige Segelschiffsöfen mit Sicherheitsascheabgang, leuchtturmähnliche Öfen mit 32 Fenstern, Badeöfen, Wäscheöfen, Feldöfen, Schmelzöfen, Schützengrabenöfen, Kutschöfen, Brutöfen, Waggonöfen, Kachelöfen usw. Sie alle vermitteln etwas über den Erfindungsgeist vergangener Zeiten. Auch die technischen Entwicklungen in den Bereichen Feuerung, Abgasführung, Handhabung und Brennstoffersparnis, werden durch diese Sammlung umfassend präsentiert. Diese alten Konstruktionsmerkmale könnten durchaus eine kritische Betrachtung zu den Konstruktionsmerkmalen neumodischer Öfen einleiten...

Die von dem Sammler angestrebte Vielfalt, die sich in den unterschiedlichen Themenkomplexen widerspiegelt, macht die Ausstellung für ein breites Publikum interessant. Feuerstätten - als fundamentaler Mittelpunkt des täglichen Lebens nördlicher Breiten - sind logischerweise besonders geeignet, etwas über die Lebensumstände vergangener Generationen zu vermitteln und soziokulturelle Zusammenhänge zu begreifen. Auch die magische Wirkung des Grundelementes Feuer verdient eine eigene museale Heimat - das sind wir nachfolgender Generationen längst schuldig. Außerdem gilt es nicht nur die Objekte zu sichern, sondern auch das Wissen zu bewahren. Ein so einzigartiges Museum ist sicher in der Lage einem Ort, ein überregionales und unverwechselbares Merkmal zu verleihen.