Die herkömmlichen großen Öfen und Kochmaschinen mussten in Notzeiten häufig still gelegt werden. Die relativ großen Brennräume brauchten zuviel Brennstoff (das Rost lag zu tief oder war zu groß). Die Flammen erreichten nicht die Kochplatte oder die Glut war zu klein und wurde von kalter Luft umspült.


In heimischen Werkstätten

wurden daher keksdosengroße Unterzugöfen hergestellt. Der Betrieb dieser Notherde ist nur in Verbindung mit normalen Öfen oder Herden möglich. Einen Unterzugofen erkennt man daran, dass der Rauchauslassstutzen zum Ofenrohr fehlt. Da der Rauch aber irgendwo hingeleitet werden musste, stellte man diese Öfchen auf die stillgelegten Kochherde oder Öfen mit Kaminanschluss. Vorher entfernte man jedoch die Ofenringe des Unterofens, so dass sich der Rauch einen Weg nach unten hin (durch den stillgelegten Ofen) suchen konnte. Der große Ofen war ja am Kamin angeschlossen, d.h. er stand unter Zug. Beim Betrieb der kleinen Notöfchen wurde so die letzte Wärme der Rauchgase über den stillgelegten Unterofen an den Raum abgestrahlt.


Bei den Unterzugöfen wurde das Problem der Rauchführung nach unten durch Doppelwände gelöst. Da dabei die Brennkammer von heißem Rauch umspült wurde und nicht mit der kühlen Raumluft in Verbindung stand, konzentrierte sich die Wärme der Glut optimal auf den Boden der Kochgerätschaften(!).


Der Gesamtdurchmesser des zylinderförmigen Ofens betrug meistens weniger als 20 cm. Es gab auch eckige Öfen mit rundem Rauchgasstutzen nach unten.

Die Konstruktion solcher Öfen macht heute deutlich, wie groß die Not war, über ausreichende Brennstoffe zu verfügen. Diese Öfen zeigen aber auch, mit welcher Genialität Probleme im Zusammenhang mit der Brennstoffverknappung gelöst wurden.